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Pressemitteilung:Veröffentlichung des Leitfadens „Sicherheitstechnische Grundlagen im Circus“

Pressemitteilung, Oktober 2022 – Seit 2020 beschäftigt sich ein Arbeitskreis (AK) aus Expert:innen aus den verschiedenen Berufsfeldern des Circus (Artist:innen, Rigger, Statiker:innen, Technische Leiter:innen, Pädagog:innen) und Vertreter:innen der Berufsverbände (BAG Zirkuspädagogik, BUZZ, ECA, VDCU, Zirkus Macht Stark) mit dem Thema „Sicherheit und Prävention im Circus“.

Der AK verfolgt das Ziel, drängenden Fragen zu begegnen, die das gesellschaftliche Umfeld aus vielerlei Beweggründen in zunehmendem Maß an Akteur:innen des heutigen Circus adressiert, die sich mit Fragen der Sicherheit, Unfallprävention und des Standes der Technik beschäftigen.

Die Notwendigkeit, sich innerhalb des Circus zu Fragen des Standes der Technik bzw. „best practice“-Methoden zu positionieren, entsteht aus Sicht des AK vor allem durch einen Mangel an Kenntnis und Kompetenz fachfremder Akteur:innen (unzureichend qualifizierter Pädagog:innen, Trainer:innen, Sportgeräte-Hersteller:innen, u.v.m.), die Circusaktivitäten im weitesten Sinn in den letzten drei Jahrzehnten zunehmend als Betätigungsfelder erobern.

Inhaltliche Zielsetzung der zweijährigen Arbeitsphase:

  • Die grundlegende Beschreibung der dringendsten und sicherheitsrelevantesten berufsfeldspezifischen Kenntnisse und Arbeitsgrundlagen. Damit soll dem gesamtgesellschaftlichen Trend der zunehmenden Formalisierung aller beruflichen Tätigkeiten im nötigen Maß entsprochen werden, um einer drohenden Formalisierung von Außen vorzugreifen.
  • Die grundsätzliche Verteidigung der Unabhängigkeit der verschiedenen Circuspraktiken gegenüber Eingriffen durch fachfremde Interessensgruppen, soweit diese Eingriffe circuseigene Praktiken, Berufsfelder und Kenntnisse betreffen;
  • Die Verhinderung der Einführung unqualifizierter Zertifizierungen durch externe Akteur:innen.

Herausforderungen für die Zukunft:

  • Die Entwicklung von Instrumenten, die den Sicherheitsstandard im Circus permanent aktualisieren und die dafür nötigen Informationen so einfach und allgemein wie möglich zugänglich machen.
  • Die Verankerung der Verantwortung für die Umsetzung und Einhaltung der Standards bei den verschiedenen Circus-Akteur:innen. Nur so kann sich der Circus seine Vielfalt und Innovationsfreude erhalten.

In dieser Zusammenarbeit ist ein Leitfaden zur Beschreibung des Stands der Technik und “best practice”-Methoden für die Circuspraxis entstanden.
Der Leitfaden ist als Kerntext mit ausgegliederten Anhängen konzipiert. Er vermittelt zunächst fachspezifisches Grundwissen und -verständnis. Die Anhänge: Glossar, Graphik des Berechnungsablaufs und Tabelle der dynamischen Faktoren gewähren einen schnellen Überblick und können in der alltäglichen Praxis zur Anwendung kommen.
Neben einem interessierten Publikum waren die Verbandsvorsitzenden der deutschen Circus-Verbände zur Zeichnung des Leitfadens anwesend. Die Signatur bestätigt nicht nur die Bedeutung des Dokuments für alle Bereiche des Circus, sondern auch die verbandsübergreifende Unterstützung. 1000 Druckexemplaren wurden den beteiligten Verbänden zur Weiterverteilung übergeben. Zusätzlich wird der Leitfaden als deutsche und englische Online-Version über die Webseiten der Verbände zur Verfügung stehen.
Im Anschluss an die Publikation des Papiers beschäftigte sich eine offene Diskussionsrunde mit Fragen zur Weiterentwicklung des Leitfadens, mit der europäischen Perspektive auf Sicherheitsfragen im Circus und wie die Arbeit auch in Zukunft als verbandsübergreifende Verantwortung wahrgenommen werden kann.
Anschließend ließen die Teilnehmer:innen den Tag beim Besuch der abendlichen Gala des EYC-Festivals gemeinsam ausklingen.

>> Der Leitfaden „Sicherheitstechnische Grundlagen im Circus“ kann hier heruntergeladen werden.

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