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Der Bundesverband Zeitgenössischer Zirkus startet die 2. Edition seines Förderprogramms Zirkus ON

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Trotz Coronavirus und dank kreativer technischer Lösungen lassen wir uns nicht stoppen! Der Bundesverband Zeitgenössischer Zirkus e.V. (BUZZ) hat am 2. April 2020 mit seinen Partnerinstitutionen eine neue Edition des Förderprogramms Zirkus ON gestartet. Zirkus ON ist ein breit angelegtes Förderprogramm, das Künstler*innen aus dem zeitgenössischen Zirkus umfassend und nachhaltig bei der Entwicklung eigener Stücke unterstützt. Aus 15 eingereichten Bewerbungen hat sich die Jury für drei Projekte entschieden, die vom Kreationsbeginn bis zur Premiere begleitet werden. Wir freuen uns, die drei ausgewählten Produktionen kurz vorstellen zu dürfen:

Roman Škadra mit Absurd Hero / Berlin

Foto: František Ortmann

Die Arbeit Absurd Hero basiert auf der Erforschung der Verbindung zwischen einem Körper und einer großen schweren Laufkugel. Der Künstler gerät ständig in hoffnungslose Situationen am Rande der physischen und emotionalen Ausdauer. Es gibt keinen Erfolg; nur die Beharrlichkeit der unaufhörlichen Versuche. Kann er Freude und Glück in seiner Bemühung finden?

Bezugnehmend auf Camus Der Mythos des Sisyphos weist das Stück auf die Mühseligkeit, Endlosigkeit und Vergeblichkeit des menschlichen Handelns hin.

Revue Regret mit Forever&Now / Heinsberg

Foto: Jara Reker

Die Entscheidung für etwas ist immer auch eine Entscheidung gegen etwas. Der Weg, welchen man am Ende wählt, hinterlässt eine immerwährende und unauslöschliche Spur in allen von uns.

In Forever&Now steht die Zeit so still wie der präparierte Fuchs, im Stroboskoplicht wirbeln vergessene Erinnerungen auf, Schwerter werden schwer wie Reue und wer einmal den Boden unter den Füßen verliert, bleibt verknotet von ‘was wäre wenn’ und ‘vielleicht’.

Als Revue Regret proklamieren die zwei Artisten Jakob Jacobsson und Lisa Chudalla Reue und Fehlentscheidungen in Form von zeitgenössischem Zirkus.

alex and friend mit bad science / Berlin

Foto: Andrea Salustri

bad science ist ein Stück, das sich zwischen zeitgenössischem Zirkus, Objekt Theater und Musikperformance bewegt. Zwei Jonglage- und Sound-Forscher begeben sich auf eine Reise des Weltraumhorrors. Bewaffnet mit einem omnidirektionalen Mikrofon und anderen zweckentfremdeten Geräten versuchen sie, die seltsamen Kreaturen und Töne, die sie entdecken, zu manipulieren, zu messen und zu kontrollieren. Natürlich ist dieses Unterfangen dem Untergang geweiht. 

Die Jurykonferenz fand am 02. April 2020 virtuell statt. Die Fachjury bestand aus Stefan Schönfeld – ATOLL Festival Karlsruhe, Chris Ritter – Pfefferberg Theater Berlin, Martha Kaiser – Festival PERSPECTIVES Saarbrücken, Christian Strüder – Flottmann-Hallen Herne, Lilja Kopka und Anna Fentrop – Ruhrfestspiele Recklinghausen und Stefan Sing – Berliner Künstler. Die Projekte wurden auf Basis eines Kriterienkatalogs ausgewählt, der Innovation, Qualität, Originalität und Einzigartigkeit in den Vordergrund stellt.

Stefan Sing zur Juryentscheidung: „Alle drei Bewerbungen überzeugten uns mit einer klar ausgearbeiteten Idee, sowie einer stringenten Beschreibung der Umsetzung ebendieser. Wir sind jetzt schon neugierig darauf, diese Projekte auf der Bühne zu sehen. Wenn auch nicht ausgewählt, so doch mit einer besonderen Erwähnung bedacht, wurde das „Projekt Collision“, welches qualitativ den ausgewählten Bewerbungen absolut ebenbürtig war. Wir hoffen, dass das „Projekt Collision“ andere Möglichkeiten der Förderung findet und/oder nächstes Jahr bei Zirkus ON einen neuen Versuch startet. Insgesamt ist die Jury von der Bandbreite der eingereichten Projekte, deren gedanklicher Tiefe sowie deren Interdisziplinarität stark beeindruckt. Wir sehen und spüren mit Freude, dass der neue Zirkus in Deutschland qualitativ und quantitativ einen großen Sprung gemacht hat. Allen eingereichten Projekten wünschen wir eine erfolgreiche und spannende Zukunft!

Der Bundesverband Zeitgenössischer Zirkus e.V. (BUZZ) wirkt als Dachverband, Netzwerkstruktur, Informationsplattform und Vertreter aller professionellen Zirkusschaffenden gegenüber Öffentlichkeit und Politik. Seit seiner Gründung 2011 in Köln unter dem Namen Initiative Neuer Zirkus e.V. (INZ) verfolgt der BUZZ zudem die Anerkennung der Sparte zeitgenössischer Zirkus als Kunstform. Der BUZZ vertritt über 130 Mitglieder und ist assoziiertes Mitglied im Bundesverband Freie Darstellende Künste e.V. (BFDK) und der Allianz der Freien Künste.

Zirkus ON ist ein 2018 vom BUZZ gegründetes Initiativprogramm zur Förderung zeitgenössischer Zirkusproduktionen in Deutschland. Das Programm richtet sich an Künstler*innen der Sparte zeitgenössischer Zirkus mit Firmensitz in Deutschland und dient der frühzeitigen Anbindung von Neu-Kreationen an professionelle Strukturen. Zirkus ON verbindet alle Akteur*innen der deutschen Zirkuslandschaft (Künstler*innen, Spielstätten, Veranstalter*innen, Ausbildungszentren, freie Szene), um gemeinsam die Experimentierfreude und die Qualitätssteigerung von zeitgenössischen Zirkusproduktionen aktiv zu fördern. Angesichts der Herausforderungen dieser Zeit sind wir stolz, dass sich Zirkus ON weiterentwickelt und eine Konstanz schafft. In der ersten Jahreshälfte finden Mentoring und Auftaktpräsentationen statt, in der zweiten Jahreshälfte folgen Residenzen und Work in Progress Präsentationen.

Weitere Informationen finden Sie auf unserer Website und den Social Media:

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English version

The BUZZ has started the latest edition of the Zirkus ON funding program

Thanks to creative solutions, we won’t let the coronavirus stop us! On 2 April 2020, the BUZZ (Federal Association for Contemporary Circus) has started the latest edition of the Zirkus ON funding program.

Out of 15 applications that were submitted, the following three have been selected by the jury. These will be accompanied from the beginning of their creation period up to their premiere.

Roman Škadra with Absurd Hero / Berlin

The work ‘Absurd Hero’ is based on an exploration of the relationship between a body and a large heavy walking globe. The artist puts himself repeatedly into the hopeless situations on the edge between physical and emotional endurance. There is no success, only the perseverance of persistent attempts. Can he find joy and happiness in his struggle?

Reffering to Camus’ ‘The Myth of Sisyphus’ – the piece points out a difficulty, endlessness and futility of human’s activity.

Revue Regret with Forever&Now / Heinsberg

Reminding us that a decision in favour of something is always a decision against something else, no matter which path we choose, they leave us in a trench of what-ifs and maybes.. Armed with out-of-tune piano, cyr wheel and aerial rope, we’re proudly proclaiming our own mistakes through contemporary circus. In ‘Forever&Now’, time is standing as still as the taxidermy fox, whilst strobe light flickers over forgotten memories, and the mistakes yet to be made become too heavy to consider.

As ‘Revue Regret’ the two circus performer Jakob Jacobsson and Lisa Chudalla proudly proclaim their own mistakes, disappointments and regrets through contemporary circus.

alex and friend with bad science / Berlin

‘bad science’ from the company ‘alex and friend’ is a piece that crosses lines between contemporary circus, object theater and musical performance. Two researchers of juggling and sound take a journey into deep space horror, armed with an omnidirectional microphone and other mishandled devices. They attempt to manipulate, measure and control the strange creatures and sounds that they discover in their journey. Naturally, their endeavor is doomed to fail.

The jury conference took place online, on 2 April 2020. It consisted of Stefan Schönfeld – ATOLL Festival Karlsruhe, Chris Ritter – Pfefferberg Theater Berlin, Martha Kaiser – Festival PERSPECTIVES Saarbrücken, Christian Strüder – Flottmann-Hallen Herne, Lilja Kopka und Anna Fentrop – Ruhrfestspiele Recklinghausen and Stefan Sing – artist from Berlin. The projects were selected based on a number of criteria, however focusing on innovation, quality, originality, and uniqueness.

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